Q&A

Sicherheit & Verlässlichkeit des XDC Climate Explorers

Wie wird die Datensicherheit im XDC Climate Explorer gewährleistet?

Der XDC Climate Explorer läuft als Managed Service auf OVHcloud in derRegion DE1 (Limburg bei Frankfurt am Main). Damit ist sichergestellt, dass alle Daten ausschließlich innerhalb der EU/EWR verarbeitet werden und der Dienst vollständig DSGVO-konform ist.

Zentrale Sicherheitsmaßnahmen:

  • Infrastruktur: Der Explorer nutzt den OVHcloud Managed Kubernetes Service sowie PostgreSQL-Datenbanken (Produkt- und User-DB), Object Storage (S3-kompatibel) und Block Storage. Alle Daten werden mit AES-256 im Ruhezustand verschlüsselt, die Übertragung erfolgt ausschließlich über TLS1.2+.
  • OVHcloud Security Management: OVH übernimmt die physische Sicherheit, die Verschlüsselung sowie das gesamte Lifecycle- und Patchmanagement. Die Verpflichtungen sind im OVH Security Framework dokumentiert (inkl. ISO27001, ISO 22301, GDPR-Compliance).
  • Backups: Automatisierte tägliche Datenbank-Backups mit Cross-Region-Replikation (DE1 → GRA1), Integritätsprüfungen (SHA-256) und vierteljährliche Restore-Tests. Backups und Snapshots werden nach 14 Tagen automatisch gelöscht.
  • Löschkonzept: Es existiert ein klar geregeltes Konzept zur Datenaufbewahrung und -löschung:
    • Inaktive Nutzerkonten werden 90 Tage nach Deaktivierung gelöscht.
    • Projektdaten werden 180 Tage nach Vertragsende entfernt (vorheriger Export möglich).
    • Logs werden nach 14 Tagen gelöscht.
    • DSGVO-Löschanfragen („Recht auf Vergessenwerden“) werden durch den Datenschutzbeauftragten geprüft und technisch per API Hard Delete umgesetzt; alle Schritte sind im Audit-Log nachvollziehbar.
  • Audit & Kontrolle: Vierteljährliche interne Audits (Löschanträge, Backup-Restores, Log-Retention) stellen sicher, dass die Vorgaben eingehalten werden.

Durch die Kombination aus OVHcloud Managed Security Services und dem eigenen Lösch- und Backupkonzept gewährleistet der XDC Climate Explorer höchste Datensicherheit und Nachvollziehbarkeit – sowohl für Unternehmensdaten als auch für personenbezogene Informationen.

Wie prüfbar und verlässlich sind die Ergebnisse aus dem XDC Climate Explorer?

Die Ergebnisse des XDC Climate Explorers sind so angelegt, dass sie wissenschaftlich fundiert und zugleich prüfbar durch externe Dritte sind.

Wissenschaftliche Basis:
Das XDC-Modell besteht aus mehreren Komponenten, die jeweils auf open-source oder öffentlich verfügbaren Quellen beruhen: etwa dem FaIR-Klimamodell oder den IEA-Dekarbonisierungsszenarien. right° hat diese Bausteine in einer eigenen Modellarchitektur so zusammengeführt, dass daraus konsistent XDC-Metriken (z. B. °C-Zahl, Budget-Overshoot) berechnet werden können.

Die grundlegende Methodik ist peer-reviewed und wurde 2021 als Open-Source-Anwendung veröffentlicht. Seit 2019 ist sie durch das Projekt right. open der Wissenschaft frei zugänglich und inzwischen Teil zahlreicher Forschungsarbeiten. Auf Wunsch stellt right° zusätzliche Dokumentationen bereit, die ein noch höheres Level an Granularität offenlegen.

Prüfbarkeit & Nachvollziehbarkeit:

  • Jeder Berechnungsschritt ist im Methodenpapier „The XDC Model“ detailliert dokumentiert und offen einsehbar.
  • Im XDC Climate Explorer selbst ist sichtbar, welche Eingaben für welchen Berechnungsschritt genutzt werden. Damit können Wirtschaftsprüfer und Auditoren die Ergebnisse direkt nachvollziehen. Unternehmen können externe Personen – z. B. Wirtschaftsprüfer – direkt in eine Session einladen. Prüfer:innen sehen dann die Eingaben und können diese unmittelbar mit den angezeigten Ergebnissen abgleichen. So wird nachvollziehbar, dass die Daten exakt zu den ausgewiesenen XDC-Metriken führen.
  • Ergebnisse (z. B. °C-Zahlen, Zielpfade, Szenario XDC) lassen sich exportieren und in Prüfprozesse oder CSRD-Assurance integrieren.

Damit verbindet der XDC Climate Explorer wissenschaftliche Robustheit mit praktischer Prüfbarkeit: Unternehmen können Ergebnisse gegenüber Stakeholdern belegen, und Wirtschaftsprüfer:innen haben die Möglichkeit, diese direkt und unabhängig nachzuvollziehen.

Woher stammen die Daten im XDC Climate Explorer – und wie gehen wir mit Plausibilitätsprüfungen und Schätzungen um?

Primärdaten (vom Nutzer einzupflegen)

  • Unternehmen geben ihre THG-Emissionen gemäß Greenhouse Gas Protocol (GHGP) Standard ein. Im XDC Climate Explorer gibt es dafür eine Checkbox, mit der die Einhaltung des GHGP-Standards explizit bestätigt wird.
  • Diese GHGP-Ausrichtung spiegelt auch ESRSE1 wider: Für die Emissionsberichterstattung sind die Grundsätze und Leitlinien des GHGP-Standards maßgeblich.

Daten für Sektor-Benchmarks

  • Die Sektor benchmarks (EEI-Referenzwerte je NACE) stammen aus Partnerdaten:
    • ‍ICE (ehem. Urgentum) liefert Emissionsdaten (Scopes 1–3) für gelistete und private Unternehmen. Benchmarks werden nur gebildet, wenn pro Sektor eine robuste Datenbasis (i. d. R. ≥30 Unternehmen) vorliegt; wo dies nicht möglich ist, werden alle verfügbaren Unternehmen herangezogen.
    • ‍FactSet Research Systems liefert ergänzend Unternehmensstammdaten und Finanzkennzahlen (z. B. Umsatz, BWS-Komponenten), die zur Sektorzuordnung, Plausibilisierung und Stichprobenbildung genutzt werden.
  • Diese Benchmarkdaten sind unabhängig von den Eingaben der Nutzer. Nutzer müssen nicht befürchten, dass ihre eigenen Daten oder XDC-Werte in Benchmarks oder Peer-Vergleiche einfließen. Alle Eingaben bleiben vertraulich und werden ausschließlich für die jeweilige Analyse im XDC Climate Explorer verwendet.

Plausibilitätsprüfungen in der Anwendung

  • Der XDC Climate Explorer markiert Ausreißer (<10. Perzentil und >90. Perzentil) unter den Emissionsdaten, damit Berater:innen und Unternehmen die Daten gezielt prüfen können, bevor Ergebnisse als belastbar kommuniziert werden.
  • Wenn Scope 3-Subscopes fehlen, bietet die Software sektorspezifische Hochrechnungen an, die auf stabilen Sektorprofilen (ICE-Datenbasis) beruhen. Wichtig: Diese Schätzungen sind nur eine Übergangslösung und werden im Explorer klar als solche gekennzeichnet. Sie müssen durch berichtete Daten nach dem GHGP-Standard ersetzt werden, sobald diese verfügbar sind.

Kommunikation der Belastbarkeit‍

  • Ergebnisse, die auf ungeprüften oder geschätzten Daten beruhen, sollten nicht als prüffest dargestellt werden. Empfohlen ist die Transparenzmachung von Unsicherheiten (z. B. durch Szenarioanalysen) sowie die zeitnahe Ergänzung durch Wirtschaftsprüfer-geprüfte Daten.