Q&A

Zielsetzung & Transition Plans

Wie setzt man im XDC Climate Explorer ein 1,5°C-Ziel?

Der XDC Climate Explorer ermöglicht es, ein 1,5°C-Ziel auf Basis der unternehmensspezifischen Daten zu definieren. Der Prozess läuft in drei Schritten:

  1. ‍Baseline XDC: Zunächst wird die Klimawirkung des Unternehmens im Status Quo berechnet (auf Basis von Emissionen, Bruttowertschöpfung, Land, Sektor etc.).
  2. Berechnung des 1,5°C-Budgets: Ausgehend vom globalen 1,5°C-Emissionsbudget wird ein unternehmensspezifisches Budget abgeleitet. Dafür wird das globale Budget proportional zur Bruttowertschöpfung (BWS) auf die einzelnen Unternehmen verteilt und an die erwartete Entwicklung der BWS bis 2030 angepasst. So wird sichergestellt, dass jedes Unternehmen nur den Anteil des globalen Budgets beansprucht, der seiner ökonomischen Leistung entspricht.
  3. Zielpfad: Das so definierte Unternehmensbudget wird entlang der Vorgaben des IEA NZE 2050-Szenarios zeitlich verteilt. Dadurch entsteht ein konkreter Emissions- und Temperaturpfad, der zeigt, wie das Unternehmen Jahr für Jahr reduzieren muss, um mit 1,5°C kompatibel zubleiben.

Exkurs: Wenn ein Unternehmen in der Vergangenheit bereits stark dekarbonisiert hat, fällt der künftige Zielpfad im Vergleich weniger ambitioniert aus. Das liegt daran, dass sich das Budget an der aktuellen Wertschöpfung des Unternehmens orientiert – nicht an seiner historischen Emissionsintensität. Ein Unternehmen, das früh Emissionen reduziert hat, erhält also keinen „Nachteil“, sondern arbeitet künftig mit einem Zielpfad, der seine bereits erzielten Fortschritte widerspiegelt.

Das Ergebnis ist ein wissenschaftlich fundiertes, unternehmensspezifisches Klimaziel. Es verbindet Emissionen, ökonomische Leistung und Wachstumspläne in einer °C-basierten Trajektorie, die im Explorer visuell neben der Baseline XDC dargestellt wird.

Worin unterscheiden sich Ziel und Plan – und wie bildet der XDC Climate Explorer das ab?

Ein Ziel beschreibt den angestrebten Zustand: Ein Unternehmen will sich mit dem globalen 1,5°C-Pfad in Einklang bringen. Im XDC Climate Explorer bedeutet das, dass aus dem globalen 1,5°C-Budget ein unternehmensspezifisches Budget abgeleitet wird, proportional zur Bruttowertschöpfung des Unternehmens und angepasst an seine Wachstumsprognosen. Dieses Budget wird entlang des IEA NZE 2050-Szenarios zeitlich verteilt. Daraus ergibt sich ein 1,5°C-Zielpfad, der zeigt, wie stark die Emissionen Jahr für Jahr sinken müssten.

Ein Plan dagegen beschreibt den Weg, wie dieses Ziel erreicht werden soll. Im Modul „Transitionsplan“ des XDC Climate Explorers können Unternehmen ihre geplanten Maßnahmen eintragen– zum Beispiel den Umstieg auf erneuerbare Energien, Effizienzmaßnahmen oder Veränderungen in der Lieferkette. Auf dieser Basis berechnet die Software eine Szenario XDC, also die Klimawirkung, die das Unternehmen hätte, wenn alle geplanten Maßnahmen umgesetzt werden.

So entsteht eine bottom-up modellierte Perspektive, die zeigt, wie weit die Maßnahmen das Unternehmen tatsächlich in Richtung 1,5°C bringen. Zwei Kennzahlen sind dabei entscheidend: Erstens die °C-Zahl der Szenario XDC, die angibt, wie sich die geplanten Maßnahmen bis 2100 auf die Erderwärmung auswirken würden. Zweitens der Overshoot des 1,5°C-Budgets bis 2030, also ob das Unternehmen in den entscheidenden Jahren bis 2030 mehr Emissionen verbraucht, als ihm nach dem 1,5°C-Budget zusteht.

Der Unterschied ist damit klar: Das Ziel zeigt den normativen Pfad, während der Plan konkret macht, wie dieser Pfad erreicht werden soll – und ob die geplanten Schritte dafür ausreichen. XDC bringt beide Dimensionen zusammen, indem es sowohl den Zielpfad als auch den umgesetzten Plan in °C sichtbar macht und die Lücke dazwischen klar quantifiziert.

Wie überprüft der XDC Climate Explorer, ob ein Unternehmen auf dem 1,5°C-Pfad bleibt?

Im XDC Climate Explorer können Unternehmen ihre Primärdaten bis zum letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr eingeben. Wenn das Basisjahr zum Beispiel 2019 ist, lassen sich also die Emissions- und Wertschöpfungsdaten bis einschließlich 2024 nachtragen. Auf dieser Grundlage passt der Explorer die XDC-Metriken dynamisch an.

Das Entscheidende: Der Zielpfad bleibt nicht statisch, sondern reagiert auf die tatsächliche Entwicklung.

  • Overshoot: Wenn ein Unternehmen in einem Jahr mehr Emissionen verursacht als der 1,5°C-Pfad erlaubt, wird das verbleibende Budget kleiner. Der künftige Zielpfad wird dadurch steiler, weil die notwendigen Reduktionen stärker ausfallen müssen, um die Überschreitung wieder auszugleichen.
  • Undershoot: Wenn ein Unternehmen dagegen weniger emittiert als vorgesehen, bleibt mehr vom Budget übrig. Der Zielpfad wird entsprechend flacher, weil das Unternehmen etwas mehr Spielraum hat, ohne den 1,5°C-Korridor zu verlassen.

Damit entsteht ein laufender Korrekturmechanismus: Budget und Zielpfad passen sich an die reale Performance an. Unternehmen erhalten so jedes Jahr ein aktuelles Bild ihrer Klimawirkung und wissen, ob sie Kurs halten oder nach steuern müssen.

Wie kann XDC helfen, Transitionspläne in der Unternehmensstrategie zu verankern?

Damit Transitionspläne tatsächlich Teil der Unternehmensstrategie werden, müssen die zugrunde liegenden Metriken verständlich, überprüfbar und flexibel sein. Genau diese Voraussetzungen erfüllt XDC: Die °C-Metrik ist intuitiv, methodisch nachvollziehbar und lässt sich laufend mit neuen Daten anpassen.

Im Modul „Transitionsplan“ des XDC Climate Explorers können Unternehmen ihre Maßnahmen bottom-up modellieren und unmittelbar sehen, wie sich diese auf die Klimawirkung auswirken. So wird schnell klar, ob der geplante Maßnahmenmix genügt, um 1,5 °C zu erreichen, oder ob ein Overshoot des Budgets bis 2030 entsteht. Dieser Abgleich liefert die Grundlage für strategische Diskussionen im Top-Management: Wieweit kommen wir mit unseren Maßnahmen? Entspricht das dem Zukunftsbild, das wir von unserem Unternehmen haben? Und falls nicht – ist das ein Risiko?

XDC wird damit zum Enabler für die strategische Auseinandersetzung mit Klima: Es ermöglicht es dem Top-Management, Chancen und Risiken der Transition fundiert zu bewerten und Klimaentscheidungen in die Finanz- und Unternehmensplanung einzubetten. Besonders hilfreich für die erfolgreiche strategische Integration ist auch, dass sich im Explorer unterschiedliche Szenarien schnell berechnen lassen.

Gerade hier liegt auch das größte Beratungspotenzial: Den Dialog im Management vorzubereiten, die Diskussion zu moderieren und konkrete Follow-ups abzuleiten und umzusetzen. So wird XDC nicht nur zum Messinstrument, sondern zu einem Werkzeug, das Beratende aktiv nutzen können, um strategische Klimafragen in Unternehmen voranzubringen.

So trägt XDC dazu bei, dass sich das Management das Thema Klima strategisch erschließen kann und Transitionspläne nicht isolierte Nachhaltigkeitsübungen bleiben, sondern fest in der Unternehmensstrategie verankert werden.

Wie flexibel sind mit dem XDC-Modell erstellte Transitionspläne gegenüber neuen Daten oder geänderten Rahmenbedingungen?

Transitionspläne, die mit dem XDC-Modell erstellt werden, sind von Grund auf dynamisch angelegt. Sie passen sich an, sobald sich die Eingabedaten oder Rahmenbedingungen ändern.

Wenn ein Unternehmen neue Emissions- oder Wertschöpfungsdaten berichtet, lassen sich diese im XDC Climate Explorer jederzeit nachtragen. Das Modell berechnet dann automatisch, wie sich die aktualisierten Daten auf den 1,5 °C-Zielpfad und die Szenario XDC auswirken. Dadurch wird klar, ob das Unternehmen weiterhin auf Kurs ist oder ob der Plan nachgeschärft werden muss.

Besonders wichtig: Auch die Maßnahmen, die den Transitionsplan bilden, können flexibel angepasst werden. Sie lassen sich zeitlich verschieben, ambitionierter oder weniger ambitioniert ausgestalten, ergänzen oder ganz entfernen. Jede Anpassung wird direkt in einer neuen Szenario XDC sichtbar, sodass die Wirkung der Änderungen sofort nachvollzogen werden kann.

Diese Flexibilität macht den Transitionsplan zu einem lebendigen Steuerungsinstrument: Unternehmen können nicht nur Daten aktualisieren, sondern auch ihre Klimastrategie aktiv weiterentwickeln und an neue Erkenntnisse, Märkte oder regulatorische Anforderungen (z. B. CSRD, ESRS) anpassen.