Q&A

Datenanforderungen & Eingabe

Welche Daten brauche ich für eine Baseline XDC?

Für die Berechnung einer Baseline XDC im XDC Climate Explorer werden folgende Angaben benötigt:

  • Emissionen: Scope 1, Scope 2 sowie alle Scope 3 Subscopes im gewählten Basisjahr. Falls nicht alle Daten verfügbar sind, unterstützt die Software durch eine sektorspezifische Hochrechnung, sodass die Analyse trotzdem vollständig durchgeführt werden kann.
  • Bruttowertschöpfung (BWS): Summe aus EBITDA und Personalkosten im Basisjahr.
  • Land des Hauptsitzes: relevant, da Benchmarks und Emissionsintensitäten regional variieren.
  • Basisjahr: legt den Startpunkt der Analyse fest und muss repräsentativ für die Geschäftstätigkeit des Unternehmens sein.
  • NACE-Sektor (nach NACE Revision 2.1.): offizielle EU-Klassifikation wirtschaftlicher Tätigkeiten, die Unternehmen eindeutig einer Branche zuordnet. So können die passenden sektoralen Benchmarks herangezogen werden.
  • Umsatz: wird nicht direkt in die Berechnung einbezogen, sondern dient im Hintergrund als statistischer Abgleich des Emissionsprofils mit dem Sektor. Damit lassen sich Ausreißer bei einzelnen Scopes erkennen, die dann nochmals überprüft werden können.

Alle Datenanforderungen sind im XDC Climate Explorer selbst transparent dargestellt. Dort wird auch Schritt für Schritt erklärt, wie die XDC berechnet wird und welcher Datenpunkt für welchen Berechnungsschritt benötigt wird.

Wie gehe ich vor, wenn mein Kunde keine Scope-3-Daten berichtet?

Scope 3 macht bei vielen Unternehmen den größten Teil der Emissionen aus – oft fehlen hier aber detaillierte Daten. Der XDC Climate Explorer unterstützt in solchen Fällen mit sektorspezifischen Hochrechnungen:

  • Abhängig davon, welche Emissionsdaten vorliegen (z. B. nur Scope 1, nur ein Teil der Scope 3 Subscopes oder gar keine Emissionen), berechnet die Software automatisch die fehlenden Werte anhand der durchschnittlichen Emissionsverteilungen im jeweiligen NACE-Sektor.
  • Grundlage sind umfangreiche Datensätze unseres Datenpartners ICE (früher Urgentum), die auf realen Emissionsprofilen von Unternehmen beruhen.
  • Die Logik ist so gestaltet, dass sie konsistente Gesamtprofile erzeugt: Unternehmen mit relativ niedrigen Scope-1- und Scope-2-Emissionen erhalten eher höhere geschätzte Scope-3-Werte, und umgekehrt. So bleibt die Emissionsverteilung valide und sektorkonform, auch wenn nicht alle Daten vorliegen.
  • Diese Schätzungen ersetzen nicht die unternehmensspezifischen Daten, sie machen aber eine erste XDC-Berechnung möglich, bis der Kunde seine vollständige Treibhausgasbilanz erstellt hat.

Wichtig: Wenn sektorbasierte Schätzungen genutzt werden, sollte dies im Beratungsprozess transparent kommuniziert werden. Nur so können Kunden einschätzen, welche Ergebnisse bereits belastbar sind und wo noch Nachbesserung nötig ist.

Eine ausführliche Beschreibung der Schätzlogiken für unterschiedliche Datenlücken findet sich in einem Dokument, das auf der XDC Academy zur Verfügung steht.

Wie genau müssen die Finanzdaten eingegeben werden?

Für die Berechnung der XDC braucht es die Bruttowertschöpfung (BWS) des Unternehmens. Im XDC Climate Explorer wird diese in ihre Bestandteile aufgesplittet erfasst:

  • EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen)
  • Personalkosten

Zusätzlich wird auch der Umsatz abgefragt, der allerdings nur als statistischer Abgleich dient (z. B. um Ausreißer im Emissionsprofil zu erkennen).

Alle Finanzdaten müssen in Euro (€) eingegeben werden. Der Explorer rechnet sie im Hintergrund automatisch um:

  • Kaufkraftparitäten (PPP): Datenbasis ist die IMF World Economic Outlook Database. Damit werden Unterschiede in den Preisniveaus zwischen Ländern ausgeglichen.
  • Deflatoren (GDP Deflators): ebenfalls aus der IMF WEO Database. Sie dienen dazu, nominale Werte inflationsbereinigt in reale Größen umzuwandeln.

Durch diese Anpassungen sind die Ergebnisse international und zeitlich vergleichbar, unabhängig davon, wo ein Unternehmen sitzt oder welches Basisjahr gewählt wurde.

Für die Beratungspraxis heißt das: Es genügt, die Werte aus dem geprüften Jahresabschluss oder ESG-Report zu übernehmen – die notwendigen Korrekturen für PPP und Inflation erfolgen vollautomatisch im XDC Climate Explorer.

Woher bekomme ich die Daten für Emissionen und BWS?

Für die Eingabe im XDC Climate Explorer können Berater:innen auf verschiedene Datenquellen zurückgreifen – je nach Reifegrad und Transparenz des Kunden:

  • Direkt vom Unternehmen
    • Nachhaltigkeitsberichte (z. B. nach CSRD, GRI oder TCFD) – enthalten meist Emissionen (Scope 1–3).
    • ‍Geprüfte Jahresabschlüsse oder Geschäftsberichte – liefern die Finanzdaten für EBITDA, Personalkosten und Umsatz.
    • ‍Interne Treibhausgasbilanzen – häufig detaillierter als veröffentlichte ESG-Reports.
  • Externe Datenanbieter
    • ‍Finanzdaten: FactSet, Bloomberg, Refinitiv etc.
    • ‍Emissionsdaten: ICE (früher Urgentum), MSCI, CDP oder vergleichbare ESG-Datenbanken.
  • Unterstützung durch den XDC Climate Explorer
    • Wenn einzelne Scope-3-Subscopes oder ganze Emissionsangaben fehlen, ergänzt der Explorer automatisch sektorspezifische Hochrechnungen (ICE-Datenbasis).
    • Damit lassen sich auch mit lückenhaften Daten valide erste XDC-Ergebnisse erzielen.

In der Beratungspraxis reicht es meist, mit den Zahlen aus Geschäftsbericht und ESG-Report zu starten. Der Explorer macht transparent, ob Unternehmensdaten oder sektorale Schätzungen verwendet wurden.

Welche Anforderungen gibt es an die Datenqualität?

Für belastbare XDC-Analysen, die z. B. in Reporting, Kommunikation oder zur Steuerung eingesetzt werden, gilt:

  • Finanzdaten (EBITDA, Personalkosten, Umsatz) sollten aus dem geprüften Jahresabschluss stammen – abgesichert durch den Wirtschaftsprüfer.
  • Emissionsdaten (Scope 1–3 inkl. Subscopes) müssen nach dem Greenhouse Gas Protocol Standard erhoben werden, um Konsistenz und Vergleichbarkeit sicherzustellen.

👉 Wir empfehlen ausdrücklich, mit ungeprüften Daten keine Belastbarkeit von Ergebnissen zu behaupten. Wenn Berater:innen dennoch mit vorläufigen oder geschätzten Werten arbeiten (z. B. für erste Workshops oder Proof-of-Concepts), sollte das Ergebnis immer klar als vorläufig gekennzeichnet werden.

Ein guter Weg, mit Unsicherheiten umzugehen, ist die Nutzung der Szenarioanalyse im XDC Climate Explorer: Dadurch wird sichtbar, wie stark sich mögliche Datenungenauigkeiten auf die XDC auswirken – und es bleibt transparent, welche Bandbreiten bestehen.